Donnerstag, 2. Januar 2014

Stempeln - wie anfangen? Ein kleiner Leitfaden.

Hallo liebe Infizierte!

Ein wunderschönes neues Jahr 2014 wünsche ich euch!

Heute möchte ich allen Anfängern mein Hobby etwas näher beschreiben, denn wenn ich jemandem erzähle, dass ich stemple, dann ernte ich meist nur komische Blicke mit lauter Fragezeichen darin und jeder, der damit beginnen möchte, wird zwangsläufig ganz viele Fragen haben, die ich möglichst gut beantworten möchte.

Was heißt eigentlich "stempeln"?


Ja, viele kennen es noch aus Kindertagen - die süßen Tier- und Poststempelchen, die man dann einfach mit Filzstiften ausgemalt hat. So in etwa könnt ihr es euch vorstellen, am Prinzip selbst hat sich nämlich nichts verändert. Das bessere Material und die schier unerschöpflichen Techniken, die man mit Stempeln ausprobieren kann, sind aber mittlerweile doch weiterentwickelt worden. Man kann viel machen, aber fangen wir ganz von vorne an.

Stempeln - was brauche ich?


Hast du dich erstmal mit dem Stempelvirus infiziert, wirst du sehr schnell ganz viel wollen. Viele entdecken die süßen Magnoliastempel zuerst und möchten gleich loslegen. Nachdem (oder bevor) du dir also einen Stempel in einem Anflug von Übereifer gekauft hast, fragst du dich sicher, was du damit machen sollst. Und wie funktioniert das Ganze überhaupt? Für die ersten Gehversuche brauchst du eigentlich nur:

- einen Stempel, dies kann sein:
  • ein Holzstempel (der Stempel ist fest auf einem Holzklötzchen platziert) 
Holzstempel
  • ein Stempelgummi (Nur das Gummi mit der Motivprägung, haftet nicht an Acrylblöcken und sollte deshalb "montiert" werden.)
Stempelgummi unmontiert
  • ein auf Cling / EZ-Mount vormontiertes Stempelgummi (Der Stempel  befindet sich fest verbunden auf einer Art Schaumstoff, der rückseitig klebt. Bei fast allen Magnoliastempeln ist dies so gelöst. Dies hat den Vorteil, dass man den Stempel einfach auf einen Acrylklotz "klebt" und nach dem stempeln wieder abnimmt und natürlich ist die Lagerung dieser Stempel deutlich platzsparender.)
Stempel, montiert auf EZ-Mount
  • Clearstamps, idR aus Photopolymer hergestellt und durchsichtig, haften an Acrylklötzen, somit sieht man immer, wo man stempelt. Diese Stempel sollten immer dunkel aufbewahrt werden, man liest ab und zu über Qualitätsprobleme.
Clearstamp

- ein Stempelkissen (dazu kommen wir gleich)
- einen Acrylblock (so ein durchsichtiges Teil - wie Acrylglas, nur dicker)
Acrylklotz zum stempeln

- hübsches Papier, welches du für eine Karte etc. benutzen möchtest und Papier für die Coloration

So, damit kannst du auf jeden Fall ein Motiv abstempeln und schauen, ob dir das überhaupt liegt. Der Reiz des Stempelns liegt aber in den weiteren Möglichkeiten, z.B. das Colorieren. Dazu musst du dir im Klaren sein, womit du colorieren möchtest, denn für verschiedene Techniken gibt es verschiedene

Stempelkissen

 

Stempelkissen dienen dazu, die Umrisse unseres Stempels auf Papier (Pappe, Holz, Stoff...) zu bringen. Hast du also Stempel und Acrylklotz bei der Hand, entscheidet nun die Colorationstechnik, welches Stempelkissen du verwenden solltest. Es gibt wasserfeste und wasserlösliche Stempelkissen. Dann gibt es noch eine ganze Reihe anderer Stempelkissen, die alle irgendwie ihre Daseinsberechtigung haben. Stempelkissen mit Pigmenttinte (die nur seeeehr langsam trocknet und deshalb mMn nicht für den Anfang geeignet ist), Stempelkissen, die einen kreideartigen Abdruck hinterlassen (Chalks), klebende Stempelkissen usw.

Ich nutze eigentlich - bis auf die speziellen Sachen - nur 2 Arten von Stempelkissen, die für den Anfang total ausreichen:
  • Memento - für alles, was mit Buntstiften oder Copics coloriert wird. Es gibt viele verschiedene Farben, somit kann man Blümchen in rot, Gras in grün und Tildas in braun oder schwarz oder... stempeln. Diese Stempelfarbe verwischt nicht, wenn man mit Copics oder Buntstiften coloriert. Selbst mit Lösungsmitteln wie Terpentin bleibt die Farbe da, wo sie ist. Merke also: Memento ist gut für Copics (Alkoholmarker) und Buntstifte mit Lösungsmitteln.
Memento Stempelkissen (Mini)
  • Versafine - für alle Colorationen, die mit Wasser gemacht werden, sprich: Aquarell. Versafine gibt es ebenfalls in vielen Farben, jedoch ist die Palette nicht so groß und lebendig wie bei Memento, finde ich. Merke also: Versafine bei allem, was wasserfest sein soll.
Für alle anderen Stempelkissen (Archival Ink, Versamark, Adirondack, ColorBox etc.) informiert ihr euch am besten selbst, da ich hier nur von meinem Standpunkt ausgehen kann und möchte ;-)

Und nun?

 

Nun habt ihr euren Stempel, Stempelkissen, Papier und ggf. Acrylklotz vor euch. Na dann los! Stempelt!
  • Drückt euren Stempel mit der Rückseite (Papier abziehen) auf den Acrylklotz, er wird dort von ganz allein haften. (Bei Holzstempeln dreht ihr ihn einfach zu euch um.)
  • Nehmt euer Stempelkissen und betupft damit vorsichtig euren Stempel. Einfach immer drauf, von oben nach unten --> bis alle Linien eingefärbt sind. Nun legt das Kissen beiseite.
  • Schnappt euch euren Acrylklotz mit dem Stempel oder Holzstempel, dreht ihn um und stempelt das Motiv auf euer Blatt Papier, worauf ihr auch colorieren möchtet. Drückt ordentlich auf, damit auch wirklich alle Linien auf dem Papier landen. Dann hochnehmen, aber nicht verrutschen oder fallenlassen ;-)
  • Den Abdruck kurz trocknen lassen (max. 1 min.) und dann ausmalen oder auch nicht.
  • Habt ihr euer Motiv schön ausgemalt (oder auch nicht), könnt ihr es auf einer Karte oder was immer euch vorschwebt, anbringen.

Mein Stempel klebt aber nicht am Acrylklotz?

 

Na sowas! Auch dafür gibt es eine Lösung!
Entweder hast du nur das blanke, dünne Stempelgummi erwischt - dieses solltest du dann mittels  wiederablösbaren Klebers auf deinem Acrylklotz haften lassen, die Montage auf EZ-Mount würde ich dir jedoch auf jeden Fall empfehlen.
Dein Stempel ist schon ziemlich oft benutzt worden - hier hilft es, einfach mit Wasser und Spüli/ Seife den Stempel zu säubern oder aber die Rückseite ganz leicht anzufeuchten (das mache ich immer). Schon haftet wieder alles und du kannst in Ruhe stempeln.

EZ-Mount? Montieren? Häää?


Das hab ich mir gedacht, dass du das fragst ;-) Tröste dich, mir ging es genauso. Eigentlich ist es gar nicht schwer, trotzdem bin ich sicher kein Experte. Einen Erklärungsversuch liefere ich dir trotzdem:
EZ-Mount ist wie ein dickes Blatt Schaumstoff. Wenn du es geliefert bekommst, wirst du sehen, dass beide Seiten mit Papier beklebt sind. Eine Seite ist ganz weiß - das ist die, die du für den Acrylklotz brauchst (also wiederablösbar). Die andere Seite ist bedruckt, wenn du das Papier anhebst, merkst du, dass es darunter mächtig klebt. Das ist die Seite, die wir brauchen.

EZ-Mount
Ich gehe immer so vor (obwohl es nicht die sparsamste Möglichkeit ist):
  • Zuerst lege ich mein Stempelgummi mit dem Motiv nach oben auf die bedruckte Seite des EZ-Mount.
  • Nun schneide ich aus dem Bogen um meinen Stempel herum, nicht zu knapp. 
  • Jetzt nehme ich das bedruckte Papier ab und platziere meinen Stempel mit der Rückseite darauf. Nun klebt alles schön. Wer das nicht mag, kann das überstehende EZ-Mount mit Mehl oder Babypuder bestäuben.
  • Jetzt schneide ich mit einer scharfen Schere an den Konturen meines Stempels entlang, immer schön gerade und winklig. Vorsicht, dass ihr nicht das Motiv erwischt!
  • Nun ist euer Stempel montiert und ihr könnt ihn ganz normal auf Acrylblöcken benutzen.
Einen schön bebilderten Workshop dazu findet ihr übrigens bei Gabi.

Und wo kaufe ich das alles? 

Stempel gibt es wie Sand am Meer. Zu den Holz-und Gummistempeln gesellen sich auch immer mehr digitale Stempel, die ich aber gar nicht mag, weil sie meiner Meinung nach nichts mehr mit dem Stempeln an sich zu tun haben. Aber das kann jeder halten, wie er möchte. Stempelshops findet ihr, wenn ihr die üblichen Verdächtigen bei google eingebt. Die meisten Shops (zumindest alle, die ich kenne) führen auch das notwendige Zubehör wie Stempelkissen, Acrylblöcke und jede Menge hübsches Papier. Ich könnte euch jetzt einige tolle Shops empfehlen, aber das wäre ungerecht denjenigen gegenüber, die ebenfalls schöne Ware führen, aber nicht gelistet werden. Deshalb: Suchmaschinen sind eure Freunde!

Muss ich meine Stempel reinigen?

Ja, das wäre ab und zu durchaus angebracht ;-). Hat man erst wenige Stempel und ist noch nicht so vertraut mir Stempelkissen und Farben, dann reicht ein Baby-Feuchttuch, womit man sein Stempelchen abwischt. Benutzt man allerdings spezielle Stempelkissen wie Versamark oder StazOn, sollte man die Anschaffung eines Stempelreinigers nicht scheuen, immerhin will man ja noch lange etwas von seinen Schätzchen haben.
Es gibt die verschiedensten Stempelreiniger, sogar Schrubbkisten, worin man diese reinigen kann. Da es verschiedene Reiniger in verschiedenen Preisklassen und für verschiedene Anwendungen gibt, überlasse ich euch die Wahl!

So, ich hoffe, ich konnte euch den Einstieg in die Sucht etwas erleichtern. Nach und nach werde ich sicher das ein oder andere hinzufügen, z.B. Embossing.

Bis dahin - bleibt kreativ,
euer krokodilli.